Crucible: McCoy - Provenance of Shadows
David R. George III
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Pocket Books
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Deutsch:
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auf dt. (noch) nicht erschienen
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Zeitrahmen/Sternzeit:
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1. Zeitlinie (bekannte Geschichte): 2267 (TOS-Episode "Griff in die Geschichte") bis 2366 (Pilotfolge TNG)
2. Zeitlinie (alternativ): 1930 (ausgehend von "Griff in die Geschichte") bis 1955
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Bewertung:
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Erscheinungsdatum:
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USA: 2006 (Pocket Books) Dt.: (noch) nicht erschienen
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Ausgaben:
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- Pocket Books, Softcover, 627 Seiten (USA)
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Teil einer Reihe:
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ja - Trilogie
1. Teil: Crucible: McCoy (in sich abgeschlossen)
2. Teil: Crucible: Spock
3. Teil: Crucible: Kirk
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Klappentext:
In a single moment
...the lives of three men will be forever changed. In that split
second, defined paradoxically by both salvation and loss, they will
destroy the world and then restore it. Much had come before, and much
would come after, but nothing would color their lives more than one,
isolated instant on the edge of forever.
In a single moment
...Leonard McCoy, displaced in time, saves a woman from dying
in a traffic accident, and in so doing alters Earth’s history. Stranded
in the past, he struggles to find a way back to his own century. But
living an existence he was not meant to, he will eventually have to
move on, and ultimately face the shadows born of his lost life.
In a single moment
...Leonard McCoy, displaced in time, is prevented from saving a
woman from dying a a traffic accident, allowing Earth’s history to
remain unchanged. Returning to the present, he encounters a medical
mystery he is committed to solving. But the echoes of an existence he
never lived haunt him, and the specter of a premature death will bring
him full circle to the shadows he has never faced.
Meinung:
1996: Star Trek feiert 30. Jubiläum. Neben ungezählten
Merchandise-Produkten, Büchern und vielem mehr werden aufwändige
Geburtstagsepisoden von DS9 und Voyager produziert.
2006: Star Trek feiert 40. Jubiläum. Irgendjemand fährt
schweißgebadet aus dem Schlaf hoch und beschließt, hastig den Staub von
einigen älteren Romanen zu kratzen und sie mit neuem Cover und einer
Jubiläums-„40“ auf den Markt zu schmeißen und ihnen zur Gesellschaft
ein paar neue Werke mitzugeben.
Da ist natürlich Spekulation, was aber da mit dem Label
„Celebrating 40 Years of Star Trek“ veröffentlicht wird, ist armselig.
Die älteren Romane sind dabei noch ein Lichtblick, die waren nämlich
wirklich gut, was leider entschieden nicht für den ersten Teil der
Trilogie von David R. George III gilt.
Um es höflich auszudrücken: Das Buch ist die reinste Grütze!
Worum geht es:
Ausgehend von der TOS-Episode Griff in die Geschichte
entwickelt der Autor rund um den bissigen Bordarzt zwei mögliche
Zeitlinien. Dass die Kenntnis besagter Episode unbedingt erforderlich
ist, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Sie wurde von dem renommierten
SF-Autor Harlan Ellison verfasst und mehrfach ausgezeichnet, u.a. 1967
mit dem Hugo International Award for best Science Fiction Dramatic Presentation.
Was dort gezeigt wird, gehört zum Besten, was SF im Allgemeinen und
Star Trek im Besonderen zu bieten hat, neuere Produktionen inklusive.
Im Kern geht es um eine Zeitreisegeschichte, in der ein Eingriff in die
Vergangenheit den Sieg der Nazis im Zweiten Weltkrieg zur Folge hätte.
David R. Geroge III setzt nun genau am Ende dieser Episode
ein. Die eine Zeitlinie zeigt den Verlauf der bekannten Geschichte, der
Autor hangelt sich stückchenweise durch die Trek-Historie bis hin zu
McCoys Cameo-Auftritt in der Pilotfolge von „The Next Generation“. Die
andere Zeitlinie basiert auf der Annahme, dass McCoy allein in der
Vergangenheit gestrandet ist und dort sein Leben bestreiten muss.
Unwissend, womit er eine Änderung bewirkt haben könnte, verbringt er
zunächst zwei weitere Jahre in New York, um dann auf dem Weg „nach
Hause“, Atlanta, in dem kleinen Südstaaten-Kaff Hayden als Landarzt
hängen zu bleiben. Unterdessen tobt der Zweite Weltkrieg scheinbar
unendlich weiter.
Was zu Anfang durchaus interessant hätte werden können –
immerhin geht es wie immer auch nach dieser Folge sofort zur
Tagesordnung über – zerläuft sich bald in unerträgliche
Aneinanderreihungen von Banalitäten.
Die bekannte Zeitlinie ist genau das: bekannt. Hier geschieht absolut
nichts, was in irgendeiner weise aufregend wäre. Einzelne Ausschnitte
zunächst aus der Serie, dann aus den Filmen, werden durchgekaut,
erreichen dabei die emotionale Güte einer Betonmauer. Einzige
Eigenleistung des Autors: Er dichtet McCoy eine problematische
Affäre/Beziehung mit Tonia
Barrows an, die einen Gastauftritt in der TOS-Folge „Landurlaub“ hatte
– und zwar so, dass Siegmund Freud an der ganzen Geschichte seine helle
Freude gehabt hätte.
Leider ist auch die andere Zeitlinie nicht interessanter. Wie
man es schafft, Geschichte so leblos zu gestalten, ist mir ein Rätsel.
McCoy schlägt erst einige Zeit in New York tot, nur um dann für den
Rest seines Lebens in Bedeutungslosigkeit zu versinken. Praktisch
unberührt von allen Ereignissen um sich herum vergehen die (vielen)
Seiten quälend langsam mit vorhersehbaren Alltagsgeschehnissen. Bei
allem passiert nichts, was nicht schon in "Griff in die Geschichte"
schon angerissen worden wäre. Wie man das Zeitreisedilemma gut
darstellt, hat Diana Gabaldon in ihrer Highland-Sage („Feuer und
Stein“) demonstriert, „Crucible: McCoy“ bietet absolut nichts in dieser
Richtung. In meinen Augen werden nicht mal die Charaktere gut
getroffen.
Wie bereits erwähnt, ist dieses Buch Auftakt einer Trilogie,
deren andere Teile analog zu diesem hier einen Schwerpunkt auf Spock
bzw. auf Kirk legen. Nachdem bereits „Crucible: McCoy“ 627 Seiten
Langeweile beschert hat, lässt das Böses befürchten.
Andererseits kann es nur besser werden…