Kreuzwege
Barbara Hambly
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Klappentext:
Tau Lyra III ist ein geschützter Planet. Kein Schiff der Föderation darf diese
Welt ansteuern, damit die Entwicklung der Yoon-Zivilisation nicht gestört wird.
Als die Enterprise die Raumbojen in diesem Sektor überprüft, taucht wie aus dem
Nichts ein Raumschiff auf und nimmt Kurs auf den Planeten.
Captain Kirk läßt die Besatzung an Bord beamen und muß sich vom Kommandanten der
Nautilus eine abenteuerliche Geschichte anhören. Noch größere Rätsel allerdings gibt
das Schiff selbst auf. Obwohl es aus der Baureihe der Enterprise stammt, scheint es
seit einer Ewigkeit in Betrieb zu sein. James Kirk hat keine andere Wahl, als die
Nautilus-Crew unter Arrest zu stellen.
Die Sicherheitssysteme der Enterprise
stellen für die merkwürdigen Gäste allerdings kein Problem dar. In
kürzester Zeit gelingt es ihnen, das Starfleet-Raumschiff unter ihre Kontrolle zu bringen.
Allmählich beginnt Captain Kirk zu begreifen, daß diese Leute aus der Zukunft
kommen. Und diese Zukunft scheint der blanke Horror zu sein...
Meinung:
Barbara Hambly bewegt sich mit all ihren Romanen im Allgemeinen in einer ganz anderen Liga als übliche Star Trek-Autoren - weg von eher platten Heileweltgeschichten, hin zu komplexen Plots mit intensiver Einarbeitung der Charaktere. Meist braucht sie dafür nicht mal übermäßig viele Seiten.
Die Anlagen dafür sind in "Kreuzwege" auch vorhanden, der ganze Tenor des Buches ist jedoch einfach extrem depressiv. Das fängt z.B. damit an, dass sich die Handlung in den letzten drei Monaten der ersten Fünf-Jahres-Mission ansiedelt und sich die Crew nach dem "Danach" fragt. Richtig rein in die Depression geht es aber mit dem Auftauchen des Schiffes aus der Zukunft. Statt blühender Landschaften ist Starfleet zu einer korrupten und manipulierenden Horror-Organisation verkommen, praktisch alles, wofür die Mannschaft der Enterprise gearbeitet hat, ist in knapp dreihundert Jahren ausgelöscht. Die Grundstimmung hält sich hartnäckig und entwickelt schon fast epische Ausmaße.
Vieles wurde mir zu wirr beschrieben. Ich habe das Buch inzwischen zweimal im Abstand mehrerer Jahre gelesen und in beiden Fällen fiel es mir schwer, wirklich die Details der Handlung zu erfassen. Außerdem waren die Charakterbeschreibungen der Hauptcharaktere nicht so intensiv wie von der Autorin gewohnt. Es ist allerdings schön, dass auch Figuren wie Chapel und einige der sonst eher zum Sterben verurteilten "Rothemdem" Raum bekommen, das Gefühl der Enttäuschung hat mich aber den ganzen Roman begleitet. Abschließend ärgerlich ist in meinen Augen auch die Altersangabe von Kirk mit fast Vierzig, die sich mit Informationen aus der Serie beißt. In der zweiten Staffel, die ungefähr dem zweiten Jahr der Fünf-Jahres-Mission entspricht, ist er 34.
Als Schlussfolgerung ist "Kreuzwege" ein immer noch sehr gutes Buch, welches sich tatsächlich in einer anderen Liga bewegt als der Durchschnitt und sich bewusst von der Roddenberry-schen positiven Zukunftsversion entfernt. Wer sich mit der Düsternis anfreunden und allen Kniffen der Handlung folgen kann, kann sich auf ein großartiges Leseergebnis einstellen. Persönlich ziehe ich jedoch die anderen Werke der Autorin eindeutig vor.

