Notruf aus dem All
Mack Reynolds
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Klappentext:
Die U.S.S. Enterprise folgt unter dem Kommando von Captain Kirk einem Notruf aus einem noch unerforschten Teil der Galaxis - dem Sonnensystem Horatius. Dort angekommen, beginnt die Suche nach der Quelle des Notrufs - und eine Odyssee, die die Crew der Enterprise von Planet zu Planet führt und von einer gefährlichen Situation zur nächsten. Denn das Sternensystem Horatius steckt voller Überraschungen…
Meinung:
"Notruf aus dem All" ist der erste Star Trek-Roman, der jemals veröffentlicht wurde. In den USA erschien er, als die dritte Staffel der Original-Serie noch nicht gedreht war, in Deutschland gekürzt als Kinderbuch zwei Jahre später, 1970. Da hierzulande "Raumschiff Enterprise" erst ab 1972 ausgestrahlt wurde, hatte die ursprüngliche Buch-Ausgabe wohl nicht allzu viel mit der Serie gemein.
Daher haben der HEEL-Verlag und Ralph Sander ("Das Star Trek Universum") den Stoff wieder ausgegraben, fehlende Stellen wieder eingefügt und neu übersetzt.
Als Sammler ist das Buch natürlich ein absolutes Muss, vom Inhalt her leider nicht. Es verwundert ein bisschen, dass ausgerechnet Ralph Sander die Übersetzung anfertigte, da er sich normalerweise auch mit harter Kritik nicht zurückhält.
Egal, wie ich es auch drehe und wende, kann ich mich mit "Notruf aus dem All" nicht anfreunden. Die Handlung besteht nur aus kurzen Episoden, die aus Besuchen auf unterschiedlichen Planeten zusammen gestückelt sind. Das Buch hat selbst in der Neuauflage nur 207 Seiten, wobei die ersten davon durch ein Vorwort belegt sind. Dementsprechend wenig Raum bleibt auch für die Schilderung der einzelnen Episoden auf den Planeten.
Dann mussten die unvermeidlichen Nazis mal wieder ausgebuddelt werden, in Amerika ein allseits beliebtes Thema, wo entweder böse Außerirdische oder böse Deutsche als Feinde herhalten müssen (und in Star Trek lässt sich beides ja wunderbar kombinieren).
Der Erzählstil des Buches ist ziemlich platt gehalten, etwas Humor mit der Keule wird verbreitet. Darüber hinaus haben die Figuren keinerlei Tiefgang, nur einige Klischees werden breit getreten (Scotty und seine geliebten Maschinen etc.), ohne jedoch wirklich zu überzeugen.
Letztendlich ist das Buch ein Sammlerstück, aber nicht mehr. Wer kein "Hardcore"-Fan ist, sollte es lieber stehen lassen, Spannung mag es woanders geben, aber mit Sicherheit nicht hier.

