Die Filme





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Star Trek - Die Filme

Vorwort:

Lange Zeit habe ich mich davor gedrückt, diese Seite über die Star Trek-Filme mit Leben zu füllen. Der Hauptgrund besteht darin, dass ich persönlich nicht unbedingt ein Freund der Film-Reihe bin, weil sich der Tenor hier doch erheblich vom dem der Serie unterscheidet. Damit möchte ich nicht ausdrücken, dass ich die Filme für schlecht halte, sie entsprechen einfach nicht mehr ganz meiner Vorstellung von Star Trek - warum, werde ich an entsprechender Stelle begründen. Daher fällt es mir schwer, hier ausreichend objektiv zu sein - aber ich werde es auf jeden Fall versuchen. Ich hoffe, dass damit auch Fans der Filme auf ihre Kosten kommen werden.



Star Trek: Phase II

Bei der Erstausstrahlung der Serie in den USA von 1966 bis 1969 war der spätere Erfolg in keiner Weise vorhersehbar. Teilweise waren die Einschaltquoten so schlecht, dass auch die dritte Staffel der Originalserie mehr als nur auf der Kippe stand. Seinerzeit wurde die dritte Staffel durch eine bis dato beispiellose Briefkampagne gerettet, die zeigte, dass die Serie weit mehr Fans besaß, als die Quoten vermuten ließen. Schlechte Sendeplätze und ein reduziertes Budget manövrierte Star Trek dann doch nach der dritten Staffel ins Aus.

Zunächst hätte wohl niemand auch nur einen Penny darauf verwettet, dass die Serie eine Zukunft besaß, im Laufe der 1970er kam jedoch ein Prozess in Gang, der zu einer Wiedergeburt führen sollte.

Zum einen wurde Science Fiction gesellschaftsfähig. Die Mondlandung 1969 war wohl DAS Ereignis des Jahrzehnts und zog viel öffentliches Interesse an. Parallel liefen die ursprünglichen drei Staffeln von Star Trek als Wiederholung über amerikanische und seit 1972 auch über deutsche Bildschirme.

Der Erfolg, der sich dabei abzeichnete, ließ relativ schnell die Idee nach einer Fortsetzung der Serie aufkommen. In welcher Form diese Fortsetzung erfolgen sollte, nämlich als weitere Serie oder als Kinofilm, war lange Zeit dagegen unklar, ebenso die Finanzierung, was das ganze immer weiter verzögerte. Erschwerend hinzu kam die Tatsache, dass angefangen von den Kulissen bis hin zu Spocks Ohren praktisch nichts erhalten geblieben war und von daher neue teure Kulissen in das Budget mit eingeplant werden mussten.

Ob von Paramount die Serie favorisiert wurde oder der Kinofilm ist unklar, die dazu erhältlichen Informationen sind widersprüchlich. Tatsache dagegen ist, dass nahezu alle Darsteller einverstanden waren, ihre Rollen wieder aufzunehmen. Die wichtigste Ausnahme bildete Leonard Nimoy, der zwar seine Bereitschaft signalisierte, bei einem Kinofilm als Spock mitzuwirken, sich aber nicht auf eine weitere wöchentliche Serie einlassen wollte. Dennoch sah es lange so aus, als würde das Revival in Form einer Serie, die mit dem Arbeitstitel "Phase II" versehen wurde, erfolgen. Drehbücher wurden geschrieben, in denen Spock durch andere Charaktere ersetzt wurde. Für seine Funktion als Erster Offizier war der Mensch Willard Decker vorgesehen, Wissenschaftlicher Offizier sollte ein Alien namens Xon werden.

Warum letztendlich aus "Phase II" doch ein Kinofilm wurde, bleibt wohl das Geheimnis der damaligen Entscheidungsträger. Es dürfte allerdings sicher sein, dass die Premiere und der Erfolg von "Star Wars" 1977 Einfluss gehabt haben dürfte, ebenso wie Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art" im gleichen Jahr. Während es einerseits heißt, dass damit die Entscheidung für den Star Trek-Kinofilm begünstigt wurde, gibt es andererseits Anzeichen, dass der Erfolg von "Star Wars" eher für die Serie sprach, um praktisch nicht auf der bereits abgegrasten Wiese zu weiden.

Während heute auch namhafte Kinoschauspieler durchaus in einer Serie auftreten, war das vor einigen Jahrzehnten noch ganz anders. Serienschauspieler blieben bei einer Serie, der Kinoheld im Kino. Von daher ist es als durchaus ungewöhnlich zu bezeichnen, dass letztendlich die Entscheidung für einen Kinofilm fiel und damit auch die Grenze zwischen kleiner und großer Leinwand.

Wie dem auch sei, "Phase II" wurde letztlich trotz vorhandener Drehbücher eingestampft. Eines dieser Drehbücher schaffte es Jahrzehnte später auf den Buchmarkt ("The Joy Machine"), andere wiederum wurden in den 1980ern für "The Next Generation" verwendet. Nur die Pilotfolge wurde umgeschrieben und tatsächlich für dem Zweck zugeführt, für den sie vorgesehen war: "In Thy Image" bildete 1979 die Grundlage für "Star Trek - Der Film".

Übersicht

Nr. Titel (OV) Titel (dt.) Bewertung
_________________________________________________________

1 Star Trek - The Motion Picture Star Trek - Der Film **1/2*
2 Star Trek II - The Wrath of Khan Star Trek II - Der Zorn des Khan ****
3


Star Trek III - The Search for Spock Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock ****
11 Star Trek Star Trek - Die Zukunft hat begonnen ***1/2*

"Star Trek - The Motion Picture"

Deutscher Titel: Star Trek - Der Film Bewertung: * * 1/2*
Erstausstrahlung: USA 07.12.1979
Deutschland 28.04.1980
Drehbuch: Harold Livingston
Regie: Robert Wise Produzent: Gene Roddenberry
Darsteller: "Stammcrew": William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, James Doohan, George Takei, Majel Barrett, Walter Koenig, Nichelle Nichols, Grace Lee Whitney, sowie:
Persis Khambatta (Ilia), Stephen Collins (Captain Willard Decker), Mark Lenard (Klingone) u.a.

Handlung:

Sternzeit 7412,6: Knapp 3 Jahre nach dem Ende der Fünf-Jahres-Mission: Spock befindet sich inzwischen auf Vulkan, um sich dem Kohlinar zu unterziehen und einen Zustand purer Logik zu erreichen, ohne alle menschlichen Emotionen. Kirk ist unterdessen bei Starfleet "Chief of Operations" und hat als Admiral einen Schreibtischjob in San Francisco. Scotty leitet den radikalen Umbau der Enterprise, die, nunmehr fast fertig, darauf wartet, vom jungen Captain Will Decker wieder in aktiven Dienst gestellt zu werden.

Als sich ein todbringendes und bislang unaufhaltbares Objekt Richtung Erde bewegt und dieser die unmittelbare Vernichtung droht, ist die Enterprise das einzige Schiff in Reichweite. Kirk macht seinen Einfluss geltend, verweist Decker auf den Platz des Ersten und Wissenschaftlichen Offiziers und reaktiviert, zunächst bis auf Spock, alle Mitglieder seiner einstigen Stammcrew. Als Neuzugang kommt die Deltanerin Ilia als Navigatorin an Bord, die früher eine Beziehung zu Will Decker hatte.

Spock, der gerade dabei war, seine Ausbildung auf Vulkan abzuschließen, enthält eine telepatische Botschaft, woraufhin er das letzte Ritual des Kohlinar unvollendet abbricht und sich der Enterprise einschließt. Decker überlässt ihm dort den Platz des Wissenschaftlichen Offiziers. Geprägt von dem Streben nach Logik und Nichtemotionalität sondert sich Spock jedoch von seinen einstigen Freunden ab.

Die Enterprise hat mittlerweile das Objekt erreicht, wo die Deltanerin Ilia davon absorbiert wird und als Sonde des Objektes, das sich als "V'Ger" bezeichnet, zurückkehrt. Durch die Ilia-Sonde erfährt die Enterprise-Crew, dass V'Ger Kurs zur Erde genommen hat, um dort seinen Schöpfer zu finden. Unbemerkt von den anderen unternimmt Spock auf eigenen Faust eine Mentalverschmelzung mit V'Ger, die er fast mit dem Leben bezahlt. Dabei begegnet er seinem Ideal, der perfekten Logik ohne Emotion und erkennt, dass sein Streben danach und die Zurückweisung von Freundschaften falsch gewesen sind.

In der Zwischenzeit hat V'Ger die Erde erreicht und steht kurz davor, diese zu vernichten. Durch einen Bluff gelingt es Kirk, direkt mit V'Ger zu kommunizieren. Dabei wird deutlich, dass V'Ger einst tatsächlich von der Erde kam, nämlich als NASA-Sonde Voyager 6*), die mit außerirdischer Technologie zu etwas neuem verschmolz. Dabei folgt V'Ger immer noch der alten Programmierung: alles zu lernen, was möglich ist und die Informationen dem Schöpfer zu übermitteln…



Persönliches Fazit:

Allein die Inhaltsbeschreibung zeigt deutliche Parallelen zur TOS-Episode "The Changeling" (dt.: "Ich heiße Nomad"). Dieser Eindruck wird auch bei einer näheren Betrachtung des Filmes nicht besser. Offensichtlich haben die Verantwortlichen erst zu spät festgestellt, dass sie eigentlich nichts Neues erschufen, sondern ein Remake.

Regisseur Wise hatte sich als "Vorbereitung" zu diesem Film lediglich einige wenige Folgen der Originalserie angesehen und das wird auch deutlich. Nicht nur, dass ein altes Drehbuch praktisch aus Versehen wiederholt wird, vom eigentlichen Star Trek ist auch nicht viel übrig geblieben.

Der Film hat so viele Schwachpunkte, dass es schwer fällt, bei einer Kritik den richtigen Ansatzpunkt zu finden.
Der wichtigste dürfte allerdings das Defizit sein, das zwischen allen Charakteren sichtbar wird. Star Treks Stärke waren gerade die feinen Nuancen, die Beziehungen und subtilen Hinweise, die die Crew zu etwas besonderem machte. Am augenfälligsten war das bei dem Triumvirat Kirk - Spock - McCoy, aber auch die übrige Stammbesatzung war wichtig, bestand aus echten Menschen, die Hobbies, Vorlieben und Schwächen hatten. Statt daran anzuknüpfen und das Potential auszunutzen, die eine im Verhältnis zur Serie längere Sendezeit bietet, konzentriert der Film stattdessen auf Spezialeffekte. Zugegebenermaßen sind viele visuelle Effekte sehr hübsch und beeindruckend, selbst nach all den Jahren. Es wird sichtbar, wo das ganze Geld verbrannt wurde und das war immerhin eine ganze Menge (allein 10 Millionen Dollar für die Spezialeffekte bei insgesamt 44 Millionen Dollar Produktionskosten, geplant gewesen waren einst 15 Millionen Dollar), insbesondere in Hinblick auf den Etat einer normalen TOS-Episode (um 300.000 Dollar). Fairerweise sollte erwähnt werden, dass davon 4 Millionen Dollar umsonst ausgegeben wurden, denn die zuerst in Auftrag gegebenen Spezialeffekte waren nicht zu gebrauchen. Dadurch erhöhten sich einerseits die Kosten, andererseits verlängerte sich damit die Wartezeit auf den Film zusätzlich.

Es ist daher fast ein Wunder, dass Leonard Nimoy und auch alle anderen Schauspieler mitwirkten, besonders in Anbetracht der langen Diskussionen, in welcher Form Star Trek zurückkehren sollte, Serie oder Kinofilm. Es ist besonders hervorzuheben, dass nicht nur die komplette Stammbesatzung dabei ist, sondern sowohl Majel Barrett, bis dato als Schwester Chapel bekannt und seit 1969 Roddenberrys Frau, als auch Grace Lee Whitney als Janice Rand. Während Chapel zur Ärztin aufgestiegen war, war aus dem einstigen Yeoman Rand ein Transporter Chief geworden. Angesichts der Tatsache, dass Kirk sie bei Problemen im Transporterraum zur Seite drängte, erschien sie jedoch eher inkompetent. Ein paar Worte, was aus ihr in der Zwischenzeit geworden war, fehlen, wie auch insgesamt fast gänzlich Szenen mit der Crew fehlen. Die Leute sind zwar da, fallen aber kaum auf. Stattdessen werden dem Zuschauer epische Bilder präsentiert. Wer allerdings Weltraumaufnahmen in Echtzeit sehen möchte, ist wohl mit Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" besser bedient. In einer Zeit, in der die Crew in einer normalen Episode schon dreimal die Galaxis gerettet hätte, hat sich "The Motion Picture" gerade warm gelaufen und alle zusammengeführt**).

Der Film soll rund 2,5 bis 3 Jahre nach der ursprünglichen 5-Jahresmission spielen. Wenn davon ausgegangen wird, dass die Zeichentrickserie das vierte und fünfte Jahr darstellt, obwohl sie ausdrücklich nicht zur offiziellen Geschichte gehört und nur Teile von ihr in dem so genannten "Canon" integriert wurden, sind nach der letzten Episode bestenfalls 5 Jahre vergangen. In der Realität liegen aber zwischen dem Serienende und dem Film zehn Jahre, die deutlich zu sehen sind. Das die Schauspieler altern ist natürlich, das Drehbuch hätte allerdings entsprechend angepasst werden müssen. So soll der Zuschauer glauben, dass Kirk nach nur 2,5 Jahren das Kommandieren verlernt hat und die ganze Enterprise sieht aus, als wäre sie durch eine Pastelldusche gegangen. Echte Farben fehlen, die Uniformen wirken im wahrsten Sinne des Wortes uni-form und haben mehr Ähnlichkeit mit Schlafanzügen. Rot fehlt komplett, etwas, dass bei den nachfolgenden Filmen mit etwas zuviel des Guten korrigiert werden sollte. Die Uniformen der Frauen wirken zwar endlich etwas weniger aufreizend (wofür Ilia ja mehr als genug "entschädigt"), dennoch haben die TOS-Serienuniformen viel mehr Stil als die in "The Motion Picture". So oder so ist die veränderte Enterprise gewöhnungsbedürftig, offensichtlich auch für Kirk, der das Schiff für 2,5 Jahre nicht betreten haben soll. Außerdem hat er sich wohl darüber hinaus nicht mit den Umbauplänen befasst, denn er steht erstmalig in der Trek-Geschichte inkompetent dar, als Decker die Wurmloch-Problematik rettet. Klingt das ganze nach dem Kirk, der aus der Serie bekannt ist?

Spock hat sich unterdessen auf Vulkan vergraben und sich der Logik verschrieben. Von seinen Freunden will er nichts mehr wissen. Noch in der Serie hatte Edith Keeler festgestellt, dass Spock an Kirks Seite gehört. Dennoch ist Spocks Abwesenheit noch besser begründbar als Kirks Wandlung vom dynamischen Starfleet-Captain zum egoistischen Nostalgiker, der seiner Vergangenheit hinterher trauert, obwohl diese gerade mal 2,5 Jahre zurück liegt. Das wird umso unverständlicher, wenn Kirk in der Serie mit den anderen dort vorgestellten Kommandanten verglichen wird, die alle erheblich älter waren, z.B. Matt Decker (dem Vater des hier mitwirkenden Will Decker) und Ronald Tracey, um nur zwei zu nennen.

Vermutlich wurde diese Ausgangslage gewählt, um mehr erzählerisches Potential zu besitzen. Um des Effektes willen ist es immer gut, eine Veränderung von schlecht zu gut darzustellen. Bei Spock ist diese Entwicklung vom puren Logiker zu seinem eigentlichen Selbst zu sehen, bei Kirk ist es die vom "alten Sack" zurück zum Starship-Captain. Dabei wird das so geschaffene Potential nicht mal genutzt, daher ist die gewählte Ausgangslage umso bedauerlicher. Kirks Umgang mit Will Decker gehört auch nicht zur feinen Art und passt eigentlich auch nicht zu dem Mann, als der er einmal gezeigt wurde.
McCoys Anteil am Geschehen ist bei allem nur marginal, er hat nur sehr wenige gute Momente, womit abermals Potential verschenkt wird.

Alle persönlichen Erwägungen, was mit den Charakteren nach Ende der Serie hätte passieren sollen oder auch nicht, mal beiseite gelassen, wird der Film dennoch nicht besser. Auch heute noch wird versucht, bei einem Sprung von Serie zum Film neues Publikum zu gewinnen. Jemand aber, der nie eine Folge "Raumschiff Enterprise" gesehen hatte, wird nur schwer verstehen, warum es geht. Viele Konflikte werden nicht gut rausgearbeitet. Spocks Telepathie, Ilias deltanische Herkunft mit dem damit verbundenen Zölibat, ihre frühere Beziehung zu Decker, praktisch alles wird nur angerissen. Decker trifft es in dem Film ohnehin besonders hart. Zuerst wird er von Kirk degradiert, nur um dann den Posten des Wissenschaftsoffizier neben dem des Ersten zu erhalten. Bislang hatte ich allerdings angenommen, dass für eine Befähigung zum Wissenschaftlichen Offizier eine besondere wissenschaftliche Qualifikation von Nöten sei. Ob Decker die hat, wage ich doch zu bezweifeln, da aber auch sonst nichts über ihn bekannt ist, warum eigentlich nicht?
Immerhin nimmt Decker dann seine zweite Degradierung, als Spock an Bord kommt, erheblich leichter und zum Ende geht er ohne erkennbare Ursache beinahe freundschaftlich mit Kirk um. Praktischerweise räumt er sich dann auch noch selbst aus dem Weg.

Wenigstens zum Ende blitzt etwas von dem Star Trek auf, das durch drei Staffeln so viele Fans gewonnen hatte, dass der Film die Rekordsumme von über 175 Millionen Dollar allein in den Kinos einspielen konnte. Kirk wendet einen Bluff an und ein Touch des alten Rapports zwischen den Charakteren wird deutlich. Das Beste an dem ganzen Streifen ist allerdings zweifellos die Filmmusik, die später zum Soundtrack von der "nächsten Generation" werden sollte. TNG erbte noch weitere Aspekte, so auch das mysteriös - "wir müssen unser Budget doch irgendwie ausgeben" - veränderte Aussehen der Klingonen. Die Beziehung von Ilia und Decker wurde praktisch eins zu eins auf Deanna Troi und Riker übertragen.

Erwähnenswert ist noch, dass von dem Film mehreren Versionen existieren. Neben der ursprünglichen Kinofassung gibt es eine um mehrere Minuten längere Fernsehfassung, wo geschnittenen Szenen integriert wurden. Es werden dadurch einige Fakten abgerundet, so auch die Szene, in der sich Chekov verletzt und von Ilia "behandelt" wird.

Seit 2002 gibt es eine "Director's Edition", die ebenfalls länger ist und mit neuen Effekten aufwarten kann. Einiges wurde so korrigiert, so hat in der "Director's Edition" Vulkan keinen Mond mehr. Noch in "The Man Trap" (dt.: "Das Letzte seiner Art") hatte Spock Uhura erklärt, Vulkan hätte gar keinen Mond, bei der Kinopremiere von "The Motion Picture" war aber ganz klar ein ebensolcher zu erkennen.

Viel interessanter sind aber nicht die Unterschiede der einzelnen Filmversionen sondern vielmehr die Diskrepanzen, die zwischen dem Streifen und dem dazugehörigen Buch zu bemerken sind. Normalerweise sind Romane zum Film eher Beiwerk, dieses hier aber ist anders, weil der Autor Gene Roddenberry heißt. Roddenberry, der "Great Bird of the Galaxy", war der Schöpfer von Star Trek und daher ist das, was er zu sagen und zu schreiben hat, in gewissem Sinn maßgeblich, obwohl Star Trek-Romane niemals zur offiziellen Geschichte gehören, so also auch dieser nicht. Sein Buch, das einzige, das er zur Star Trek Saga in dieser Form beisteuerte, ist zwar auch nicht unwerfend, füllt aber einige Lücken, erklärt vieles. An einigen Stellen weicht er vom Film ab. So deutet der Film an, dass Spock auf Vulkan deshalb nicht das Kohlinar erreicht, weil er V'Gers logische Präsenz fühlt. In Roddenberrys Roman ist es dagegen Kirk, der Spock unbewusst telepathisch ruft. Außerdem benutzt Roddenberry den Begriff t'hy'la, der im Vulkanischen für "Freund, Bruder und Geliebter" steht. Die Ausmaße, die dieses "t'hy'la" hatte, waren erstaunlich, insbesondere, da der Terminus meines Wissens nie offiziell in einer Star Trek Produktion Erwähnung fand. Er nährte die Theorie von einigen, die aus der Freundschaft Kirk/Spock gerne mehr machen wollten - Slash war mehr oder weniger geboren, also Geschichten, die sich um Kirk und Spock als Liebespaar drehen. Auch wenn ich diese Ansicht nicht teile, schätze ich einige der emotionaleren Aspekte des Buches, die der Film vermissen lässt.

So oder so muss ich zugeben, dass ich mich mit "Star Trek - The Motion Picture" nie ganz anfreunden konnte und, da er die Ausgangslage für alle Nachfolge bildet, in gewissermaßen auch für alle anderen. Objektiv betrachtet machen allein die großartige Filmmusik und einige optische Effekte den Streifen sehenswert, richtig an die Tradition von Star Trek kann er jedoch nicht anknüpfen.

*) Interessant ist der Bezug zur Realität, denn es gibt tatsächlich ein Voyager-Programm der NASA, in dessen Rahmen die Sonden 1 und 2 auf Reisen gingen, beide 1977. Bis zum heutigen Tag sind sowohl Voyager 1 als auch Voyager 2 aktiv, beide haben Grußbotschaften an Bord ("Sounds of Earth") und beide gehören zu den von Menschen erbauten Objekten, die sich am weitesten von der Erde entfernt haben. 2006 gab die NASA bekannt, dass die Voyager 1 eine Entfernung von 100 Astronomischen Einheiten zurückgelegt hat, was ca. 15 Milliarden Kilometern entspricht. Damit wird die Voyager 1 den interstellaren Raum in den nächsten zehn Jahren erreichen. Es wird damit gerechnet, dass der Kontakt mit beiden Sonden um 2020 abbrechen wird, weil dann nicht mehr genügend Energie bereit stehen wird, um kritische Systeme mit Energie versorgen. Vielleicht werden dann tatsächlich weitere Voyager-Sonden mit den Ziffern 3 bis 6 gestartet…

**) Ralph Sander nennt in "Das Star Trek Universum" ein paar alternative Titel für den Film, die von enttäuschten Fans stammen sollen und die tlw. tatsächlich viel treffender sind:
Star Trek - The Motionless Picture
Star Trek - The Slow Motion Picture
Star Trek - Where Nomad Has Gone Before
Star Trek - Spockalypse Now

"Star Trek II - The Wrath of Khan"

Deutscher Titel: Star Trek II - Der Zorn des Khan Bewertung: * * * *
Kinopremiere: USA 04.06.1982
Deutschland 04.11.1982
Drehbuch: Jack B. Sowards
Regie: Nicholas Meyer Produzent: Robert Sallin
Darsteller: "Stammcrew": William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, James Doohan, George Takei, Walter Koenig, Nichelle Nichols, sowie:
Ricardo Montalban (Khan Noonien Singh), Bibi Besch (Dr. Carol Marcus), Merritt Butrick (Dr. David Marcus), Paul Winfield (Captain Terrell) Kirstie Alley (Lieutenant Saavik)

Handlung:

Sternzeit 8130,3: Die Wissenschaftlerin Dr. Carol Marcus hat zusammen mit ihrem Team und ihrem Sohn David "Genesis" entwickelt, ein Projekt, mit dem Leben aus der Leblosigkeit erschaffen werden kann und somit öde Planeten fruchtbar gemacht werden können. Nachdem erste Versuche positiv verliefen, sucht nun die USS Reliant nach einem geeigneten, möglichst öden Planeten, um Genesis zu testen. Im Ceti Alpha-System scheint der sechste Planet ideal, so dass Captain Terrell und der Erste Offizier Pavel Chekov hinunter beamen. Überraschend stellt sich dort heraus, dass sie sich statt dessen auf Ceti Alpha V befinden, jenem Planeten, auf dem Captain Kirk 15 Jahre zuvor Khan Noonian Singh und seine Anhänger aussetzte. Kurz, nachdem Kirk Khan dort zurück gelassen hatte, veränderte sich das Sonnensystem gravierend, ein Planet explodierte und Ceti Alpha V wurde zu einer unwirtlichen Wüste. Seitdem sinnt Khan auf Rache und nutzt die Gelegenheit, Terrell und Chekov mit Hilfe eines wurmartigen Parasiten, der sich im Gehirn des Opfers einnistet, unter seine Kontrolle zu bringen. Khan und seine Leute übernehmen so die Reliant und erfahren von Genesis.

Admiral Kirk unternimmst unterdessen mit einem Großteil seiner einstigen Brückencrew und zahlreichen Kadetten einen Ausbildungsflug mit der Enterprise. Dort erreicht ihn eine aufgebrachte Nachricht von Carol Marcus: Chekov hatte ihr unter Khans Einfluss mitgeteilt, dass die Sternenflotte auf Kirks Befehl hin die Kontrolle über das Genesis-Projekt übernimmt. Die Verbindung bricht jedoch ab. Kirk, der einst eine Beziehung zu Carol Marcus hatte und der der Vater von Carols Sohn David ist, übernimmt nach Rücksprache mit Captain Spock das Kommando über die Enterprise und nimmt Kurs auf die Regula-Station, wo sich Dr. Marcus und ihr Team befinden. Kaum angekommen, gerät die Enteprise in einen Hinterhalt Khans und wird durch Beschuss der Reliant schwer beschädigt, viele der Kadetten an Bord der Enterprise sterben. Kirk kann Khans Angriff gerade noch so abwehren und beamt anschließend mit einer Landegruppe auf die Forschungsstation hinab, die ebenfalls verwüstet wurde. Die meisten Wissenschaftler sind tot, Terrell und Chekov wurden von Khan zurück gelassen und werden von der Landegruppe befreit, die daraufhin in das Innere des Planeten beamt. Dorthin hatten sich Carol und David Marcus gerettet und es kommt zur ersten Begegnung zwischen Kirk und seinem Sohn.

Da Chekov und Terrell immer noch unter Khans Einfluss stehen, kann Khan letztlich die Gewalt über Genesis erlangen, schafft es aber nicht, sich Kirks zu entledigen. Die Landegruppe beamt auf die inzwischen notdürftig reparierte, aber immer noch schwer beschädigte Enterprise. Schließlich kommt es zum Showdown zwischen beiden Schiffen im Mutara-Nebel, den Kirk zunächst für sich entscheiden kann. Im Todeskampf aber benutzt Khan Genesis als Waffe gegen die Enterprise, die ohne funktionierenden Warp-Antrieb ihrer Vernichtung entgegen sieht, bis Spock sich einer tödlichen Strahlendosis aussetzt, um das Schiff zu retten…



Persönliches Fazit:

Aufgrund des kommerziellen Erfolgs von "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film") war trotz der eher durchwachsenen Resonanz über den Inhalt schnell eine Fortsetzung im Gespräch, allerdings nicht ohne das Budget kräftig zu beschneiden (auf 12 Millionen Dollar) und Roddenberrys Position zu beschränken.

Abermals gab es im Vorfeld unzählige Gerüchte, einige davon erwiesen sich als zutreffend, andere waren reine Fantasie. Unter anderem wurde wieder einmal spekuliert, ob Star Trek als Serie oder als weiterer Kinofilm zurückkehren sollte, ebenso wurde Spocks Tod als Möglichkeit erwähnt und statt eines Remakes einer alten TOS-Folge wie bei "Star Trek - The Motion Picture" " (dt.: "Star Trek - Der Film") sollte es eine Art Fortsetzung geben. Praktisch jeder Gegner aus der Classic Serie wurde als Gegenspieler für Star Trek II diskutiert, letztendlich wurde der Titel veröffentlicht und somit war klar, dass Khan derjenige sein würde. Die Verpflichtung von Ricardo Montalban, der bereits zu Serienzeiten den Khan verkörpert hatte, erwies sich erneut als Glücksfall. Schon in der entsprechenden Episode ("Space Seed", dt.: "Der schlafende Tiger") hatte er praktisch alle an die Wand gespielt und auch die verstrichene Zeit hatte nichts an Montalbans Charisma verändert. Selbst über 50-jährig konnte der leider Anfang 2009 verstorbene Schauspieler in Star Trek II durch Agilität und Ausstrahlung beeindrucken. Ursprünglich sollte auch Khans Frau Marla McGivers zurückkehren, sie wurde aber wegen einer schweren Erkrankung der Marla-Darstellerin Madlyn Rhue aus dem Drehbuch geschrieben.

Insgesamt schaffte es Star Trek II, die meisten der im Vorgängerfilm gemachten Fehler nicht zu wiederholen sondern zu den Wurzeln zurück zu kehren. Es gibt zahlreiche gute Kirk/Spock/McCoy-Dialoge und auch die Freundschaft zwischen Kirk und Spock wirkt nie so gefestigt wie hier.

Teilweise wird der Eindruck erweckt, es hätte nie einen Vorgänger gegeben. So wurde zur Schonung des Budgets zwar viel von "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film") wieder verwendet, dabei aber gleichzeitig eine optisch möglichst große Distanz geschaffen. Statt der Pastellfarben, die Schiff und Uniformen dominiert hatten, kehrte Star Trek zu kräftigen Farben zurück. Unterschiedliche Uniformfarben gab es nicht mehr, stattdessen war nun rot dominierend. Verglichen mit der klassischen Serie und auch mit der Enterprise unter Picard war es so allerdings nicht mehr möglich, auf Anhieb unterschiedliche Ränge zu erkennen. Insgesamt wurde mit den rot/schwarzen Zweiteilern etwas über das Ziel hinaus geschossen, dennoch stellen die Uniformen zu den im Vorgänger verwendeten "Schlafanzügen" eine erhebliche Verbesserung dar. Die rote Farbe ließ allerdings angesichts des üblichen Verschleißes von Rothemden Böses für die Überlebenschancen der Charaktere befürchten… Das Schiff wurde ebenfalls an vielen Stellen modernisiert und hatte somit mit der Serien-Enterprise nur noch vage Ähnlichkeit, obwohl es sich nach wie vor um das gleiche Schiff handeln sollte. Viele Räumlichkeiten, z.B. die Krankenstation, die Brücke u.v.m. wirkten viel größer und ließen die Frage aufkommen, ob evt. Wände eingerissen wurden. Natürlich hat ein Kinofilm völlig andere optische Anforderungen als eine Fernsehserie, dennoch gab es viele Elemente des alten Designs, die etwas Wehmut aufkommen ließen.

Die Handlung von Star Trek II ist auf jeden Fall um Lichtjahre besser als die des Vorgängers, praktisch von Anfang an wird Spannung erzeugt und der Film hat so viele gute Dialoge, dass zahlreiche davon in Trek-Geschichte eingegangen sind und immer wieder als Hommage zitiert werden. Gleich zu Beginn wird der Zuschauer in ein Kampfszenario geworfen, welches sich allerdings als geschickter Schachzug erweist: die (vergebliche) Rettung der Kobayashi Maru. Dieser Kniff wird sogar noch geschickter vor dem Hintergrund der Gerüchte, Spock würde sterben. Im Vorfeld hatte es zahlreiche Protestaktionen gegen Spocks möglichen Tod gegeben, so dass die Fans besänftigt worden waren mit dem Versprechen auf ein alternatives Ende. Später stellte sich allerdings heraus, dass es diese Alternative nie gegeben hatte.

Der Kobayashi-Maru-Test dagegen wurde fester Bestandteil des Star Trek-Universums und später noch oft zitiert. In diesem Zusammenhang fallen aber zwei Sachen auf: zum einen konnte Kirk seinerzeit diesen Test nur dadurch gewinnen, dass er "gemogelt" hatte und das auch erst im dritten Anlauf. Richtig originell fand ich diese Erklärung nie. Zum anderen erklärt Kirk im Laufe des Films immer wieder, er hätte sich dem Tod nie stellen müssen. Vermutlich habe ich mir in diesem Fall die ganzen Todesfälle im Laufe von 79 Folgen "Raumschiff Enterprise" nur eingebildet. Neben zahlreichen Rothemden verlor Kirk seinen damals besten Freund (Gary Mitchell in "Where No Man Has Gone Before", dt.: "Spitze des Eisbergs"), seinen Bruder (George "Sam" Kirk in "Operation - Annihilate", dt.: "Spock außer Kontrolle") nebst Schwägerin und seine große Liebe (Edith Keeler in "The City on the Edge of Forever", dt.: "Griff in die Geschichte").

Einige andere Fakten aus der Serie werden ebenfalls leicht gebeugt. Der Fakt, der am meisten auffiel, obwohl er letztendlich gut zu erklären ist, ist die Bekanntschaft von Khan und Chekov, die sich beide jeweils an den anderen erinnern. Walter Koenig stieß jedoch erst mit der zweiten Staffel als Chekov zu Star Trek, während Khan seinen Gastauftritt in der ersten Staffel hatte. Allerdings ist die Enterprise ein großes Schiff und Chekov kann zunächst irgendwo seinen Dienst versehen haben, bevor er auf die Brücke versetzt wurde. Viel störender ist da schon die Tatsache, dass Khan 15 Jahre unbeachtet auf einem Planeten saß, dessen Nachbar sich in Nichts auflöste und niemand schafft es hinterher, alle Planeten richtig abzuzählen. Zunächst einmal ist es etwas verwunderlich, dass in all der Zeit niemand nach Khan gesehen hat. Wird die Gefährlichkeit von Khan berücksichtigt, hätte sich doch zumindest mal ein Forschungsschiff die Mühe machen sollen, dort vorbei zu fliegen und mit den Sensoren nach dem Rechten zu sehen. Nicht nur das wurde unterlassen, es fiel auch niemandem auf, dass der Nachbarplanet zerstört wurde und sich somit das ganze Gleichgewicht dieses Systems völlig verschoben hatte. Der Gipfel ist allerdings die Verwechslung der Planeten. Selbst ohne Sensoren hätte ein normaler Blick aus dem Sichtfenster gereicht.

Eine andere Schlamperei ergibt sich mit den verwendeten Sternzeiten, die beim besten Willen vorn und hinten nicht mehr stimmen können. Seit der Folge "Space Seed" (dt.: "Der schlafende Tiger") sollen 15 Jahre vergangen sein. "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film") spielt bestenfalls fünf Jahre nach Serienende, was dann höchstens sieben oder acht Jahre nach der besagten Folge entspricht. Die restlichen sieben oder acht Jahre sind extrem schwer erklärbar, nochzumal Star Trek II selbst den Beginn des Genesis-Projekts auf ein Jahr in die Vergangenheit datiert, wobei die Sternzeit ungefähr der des Vorgängerfilms entspricht. Bereits mit "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film") war es fast unmöglich geworden, einen sinnvollen roten Faden in die zeitlichen Abläufe zu bekommen, mit Star Trek II wurden entsprechende Bemühungen dann völlig ad absurdum geführt.

Um emotionale Tiefe zu gewinnen, gab es eine ganze Reihe zusätzlicher Charaktere. Leider schafften es zwar die Personen selbst ins endgültige Drehbuch, dafür aber nicht die dazugehörigen Erklärung. Saaviks Beziehung zu Spock bleibt ungeklärt, ebenso wie ihr Vulkanisch/Romulanisches Erbe, was allerdings ihr so unvulkanisches Fluchen erklärt hätte. Peter Preston, der von Scotty verletzt auf die Brücke getragen wird und somit die Frage aufwirft, ob der Chefingenieur plötzlich Brücke und Krankenstation miteinander verwechselt, soll eigentlich Scottys Neffe sein. Nur mit dieser Information wird diese Handlung nachvollziehbar. Bei Kirk wird schon mehr erklärt, wobei vieles auch nur angerissen wird. Mit Carol Marcus reiht sich eine weitere Frau in die Gilde seiner Exgeliebten ein. Schade, dass man hier nicht auf eine bekannte Figur aus der Serie zurückgegriffen hat, z.B. auf Ruth aus "Shore Leave" (dt.: "Landurlaub"). Kirks Sohn David ist eine wandelnde Klischeesammlung, klar, dass er sich vom Starfleet-Hasser zum verlorenen Sohn mausern muss. Prinzipiell ist es gut, dass mehr an Hintergrund vermittelt wird, David Marcus bleibt jedoch völlig blass und trägt im Film kaum etwas bei.

Diese neuen Figuren sind es, die viel von dem Raum nehmen, der bei der restlichen vertrauten Besatzung verloren geht. Sulu, Scotty und Uhura haben kaum Anteil am Geschehen und es ist den Schauspielern hoch anzurechnen, dass sie trotzdem mitgewirkt haben. Chapel und Rand, die noch im Vorgänger mit von der Partie gewesen waren, waren im Drehbuch aber gar nicht vorgesehen.

Dann gibt es da noch die Ceti-Aale, die sich als Miniwurm im menschlichen Gehirn einnisten. Eigentlich sagt Khan zu Anfang, die Tierchen würden dort bleiben, später aber verlässt eines davon Chekov freiwillig. Wieso? Hat es bei Chekov kein Gehirn zum Zerlegen gefunden? Kirk pulverisiert das Ding dann auch noch. Zugegeben, es sieht nicht sonderlich possierlich aus, aber sofortiges Auslöschen ist wohl nicht die optimale Vorgehensweise. Immerhin war es unmöglich zu wissen, ob Chekov nicht ein paar Nachwirkungen davon getragen hat und ein Exemplar zu Recherchezwecken wäre sicherlich in diesem Zusammenhang hilfreich.

Verglichen mit der Serie weist Star Trek II einen völlig anderen Grundtenor auf, was im allgemeinen der Punkt ist, warum ich trotz der vielen guten Momente und der vielen Stärken auch mit diesem Film nicht allzu viel anfangen kann. Während zu Serienzeiten Aufbruchstimmung verbreitet wird und eine positive Zukunftssicht, geht es hier um das Älterwerden, versinnbildlicht u.a. durch Kirks Brille, und um Verluste, ein depressiver Unterton ist trotz aller Hoffnung immer spürbar und erreicht seinen Höhepunkt bei Spocks Ende. Selbiges ist nebenbei bemerkt wirklich toll gemacht (wovon sich Kirks Tod in Star Trek VII mal eine Scheibe hätte abschneiden sollen). Die nachträglich eingefügte Überleitung zu Star Trek III ("Remember") ist genial, ebenso wie der Bogen, der vom Genesis-Projekt gezogen wird. Um diese Sequenz, die für sich allein genommen in Star Trek II keinen Sinn ergibt und erst durch Star Trek III erklärt werden kann, ranken sich einige Gerüchte. Teilweise wurde behauptet, sie sei "spontan" entstanden, was aber durch die notwendige Änderung der Kameraeinstellung entkräftet wird. Dann wieder hieß es, man hatte sich ein Hintertürchen offen halten wollen und dem entsprechend diese Szene gegen den Willen des Regisseurs eingefügt. Vermutlich stimmt die Version mit der Hintertür, weil ohne Star Trek III diese Szene kaum ins Gewicht gefallen wäre, aber erst so überhaupt eine Grundlage für Spocks spätere Auferstehung gegeben wird. Es heißt, dass Leonard Nimoy, dessen Mitwirkung an "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film") lange Zeit auf der Kippe gestanden hatte, nur unter der Bedingung ist Star Trek II mitspielte, dass Spock sterben würde. Durch die Art, wie sein Tod dann zelebriert wurde, konnten Nimoy bis zuletzt alle Optionen offen gehalten werden. Natürlich ist es schon praktisch, dass Spocks Sarg (ohne in der Atmosphäre des Genesis-Planeten zu verglühen!) unversehrt und strategisch günstig landet! Dennoch ist mir dieses Star Trek, so realistisch die Weiterentwicklung auch sein mag, etwas zu depressiv.

Versüßt wird die Atmosphäre von wirklich gelungener Filmmusik aus der Feder von James Horner. Seinerzeit noch eher unbekannt, gehört er heute zu Recht zu den Größen dieser Branche. Star Trek II war zu diesem Zeitpunkt seine wichtigste Arbeit, für die er auch nur einen Bruchteil der üblichen Zeit zur Verfügung gestellt bekam. Dennoch greift er hier auf kein Thema aus dem Vorgänger zurück und orientiert sich stattdessen an Themen der Serie. Das "Amazing Grace" zu Spocks Beerdigung wurde ihm allerdings vom Harve Bennett aufgezwungen, so dass dieses Stück auf der Soundtrack-CD fehlt.

"Star Trek III - The Search for Spock"

Deutscher Titel: Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock Bewertung: * * * *
Kinopremiere: USA 01.06.1984
Deutschland 16.11.1984
Drehbuch: Harve Bennett
Regie: Leonard Nimoy Produzent: Harve Bennett
Darsteller: "Stammcrew": William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, James Doohan, George Takei, Walter Koenig, Nichelle Nichols, sowie:
Merritt Butrick (Dr. David Marcus), Robin Curtis (Lieutenant Saavik), Mark Lenard (Botschafter Sarek), Christopher Lloyd (Kruge), Judith Anderson (T'Lar)

Handlung:

Sternzeit 8210,3: Nach dem Kampf gegen Khan im Mutara Nebel ist die Enterprise schwer beschädigt und auf dem Rückweg zur Erde. Spocks toter Körper wurde dem Weltraum überlassen und gelangt in seinem Sarg auf den Genesis-Planeten. Kirks Sohn David Marcus und Lieutenant Saavik kehren mit der USS Grissom nach Genesis zurück, um die Auswirkungen des Effekts zu untersuchen: überall auf dem Planeten hat sich tatsächlich Leben entwickelt. Schließlich entdecken Saavik und Marcus auf Genesis Spocks leeren Sarg und wenig später ein vulkanisches Kind. Es wird klar, dass der Genesis-Effekt nicht nur Leben aus der toten Materie erschaffen hat sondern auch zu einer Regeneration von Spocks Körper führte. Es stellt sich allerdings heraus, dass der Genesis-Effekt nicht perfekt ist: alles Leben auf dem Planeten altert rapide und so auch Spocks Körper. Der Halbvulkanier entwickelt sich rasant vom Kleinkind zum Erwachsenen, wobei der Körper nur eine leere Hülle ohne Geist zu sein scheint.

Unterdessen ist die Enterprise auf der Erde angekommen. Die Crew erfährt, dass die Enterprise nicht für eine Reparatur vorgesehen ist und außer Dienst gestellt werden soll. Scotty soll als Chefingenieur der USS Excelsior dort den Einbau der neuen Transwarp-Technologie leiten. Spocks Vater Sarek stattet Kirk einen Besuch ab und macht ihm Vorwürfe, Spocks Körper einfach zurück gelassen zu haben. Sarek erklärt Kirk, dass Vulkanier ihr katra, ihren Geist, retten können, wenn sie den sicheren Tod vor Augen haben. Daher ging Spocks Vater davon aus, dass Spock sein katra an Kirk weitergegeben hat. Sarek stellt eine mentale Verbindung mit Kirk her und erkennt, dass er sich geirrt hat. Durch Sareks Besuch wird Kirk allerdings klar, wo er Spocks katra suchen muss, denn seit dem finalen Kampf gegen Khan offenbarte McCoy seltsame Verhaltensweisen und wurde in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert.

Wird sowohl Spocks wiederbelebter Körper von Genesis als auch McCoy mit Spocks katra nach Vulkan gebracht, ist eine Wiedervereinigung von Körper und Geist und somit eine Rettung von Spock möglich. Kirk bittet Starfleet daher darum, nach Genesis zurückkehren zu dürfen, was ihm aber versagt wird. Zusammen mit seiner Brückenbesatzung befreit Kirk erst McCoy und kapert anschließend die notdürftig reparierte Enterprise, die dank einer Sabotage von Scotty an der Excelsior nicht verfolgt wird. Sie machen sich auf den Weg zu Genesis, für den sich auch der Klingone Kruge interessiert, weil er in dem Genesis-Effekt die ultimative Waffe sieht. Der klingonische Kreuzer trifft auf die Grissom und zerstört das Schiff. Die Klingonen bemerken, dass sich Marcus, Saavik und Spock auf dem Planeten befinden und nehmen die drei gefangen.

Als die Enterprise Genesis erreicht, gerät sie in ein Gefecht mit dem klingonischen Schiff und wird praktisch funktionsunfähig gemacht. Kruge fordert von Kirk die Aufzeichnungen zum Genesis-Projekt und tötet schließlich David Marcus, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Kirk lockt Kruge daraufhin durch eine vorgetäuschte Kapitulation in einen Hinterhalt. Als die Klingonen auf der Enterprise eintreffen, hat Kirk mit seinen Leuten das Schiff bereits verlassen und ist auf Genesis herunter gebeamt. Von dort beobachten sie, wie die zuvor von ihnen initiierte Selbstzerstörungssequenz in der Zerstörung der Enterprise und damit auch in die der an Bord befindlichen Klingonen mündet.

Der Genesis-Planet altert unterdessen immer stärker, zeigt immer deutlichere Anzeichen von Verfall und steht kurz vor der Zerstörung. David Marcus hatte vor seinem Tod bereits erkannt, dass das Projekt gescheitert ist, weil die Erschaffung von Leben mit einem rapiden Alterungsprozess einhergeht, der in Tod enden muss. Kirk schafft es, Kruge davon zu überzeugen, alle auf sein Schiff zu beamen. Dort kommt es zum Kampf, den Kirk für sich entscheiden kann. Somit übernimmt Kirk das klingonische Schiff und kann Genesis kurz vor der Explosion des Planeten Richtung Vulkan verlassen. Dort wird auf dem Berg Seleya das fal-tor-pan durchgeführt, eine Zeremonie, bei der Spocks katra aus McCoy entfernt und mit dem auf Genesis wiederbelebten Körper wieder vereinigt wird.



Persönliches Fazit:

Star Trek III setzt praktisch direkt an seinen Vorgänger-Film an. Während es immer noch scheint, als hätte es "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film") nie gegeben, sind die Informationen aus "Star Trek II" absolut unerlässlich. Überall wird das Bemühen sichtbar, einen nahtlosen Anschluss zu gewähren, nur durch sehr genaues Hinsehen werden einige Patzer sichtbar, z.B. Kampfspuren innerhalb der Enterprise, die plötzlich woanders sind usw.

Viel essentieller ist natürlich die kontinuierliche Fortführung der Ereignisse aus dem Vorgänger und da waren immerhin einige Umwälzungen dabei. Die Enterprise ist verkrüppelt, Spock tot, das Genesis-Projekt als Waffe missbraucht. Star Trek III musste damit erstmal aufräumen und die offenen Fäden zu einem sinnvollen Abschluss führen. Das gelingt ganz gut, auch wenn es schade ist, dass die Figur der Carol Marcus aus dem Drehbuch geschrieben und Kirsty Alley als Saavik durch Robin Curtis ersetzt wurde. Gerüchte besagen, dass mit Alley keine finanzielle Einigung hatte erzielt werden können, weshalb die Saavik-Darstellerin kurzerhand ausgetauscht wurde. Getreu dem Motto, dass Angriff die beste Verteidigung ist, wurde nicht mal versucht, Robin Curtis ähnlich wie Kirsty Alley aussehen zu lassen, wodurch Saavik sich doch erheblich von der Darstellung aus "Star Trek II" entfernt. Ihre Verbindung zu Spock und ihr Hintergrund als Halbromulanerin wird leider immer noch nicht deutlich.

Dafür kehrte der fabelhafte Marc Lenard zurück. Der Schauspieler, der in zwei TOS-Episoden in unterschiedlichen Rollen zu sehen gewesen war und besonders in "Journey to Babel" (dt.: "Die Reise nach Babel") einen bleibenden Eindruck als Spocks Vater Sarek hinterlassen hatte, ist auch hier als Sarek zu sehen. Aufgrund der Natur des Films - nämlich der Suche nach Spock - ist klar, das viele vulkanische Eigenheiten Thema sein mussten, was sehr gut umgesetzt wurde. Sareks Anwesenheit verleiht allem wesentlich mehr Tiefe, weil so einerseits mehr Kontinuität hergestellt wird und er andererseits eine enorme Ausstrahlungskraft besitzt. Leider waren anders als Sarek seine Frau Amanda und T'Pau (aus "Amok Time", dt.: "Weltraumfieber" bzw. "Pon Farr", Schaupspielerin zu dem Zeitpunkt bereits verstorben) nicht ebenfalls Teil des Films.

Ähnlich wie die Star Trek - Folge "The Tholian Web" (dt.: "Das Spinnennetz"), in der Kirk praktisch kaum zu sehen ist, aber dennoch immer präsent zu sein scheint, hat Leonard Nimoy als Spock nur einen Gastauftritt, ist aber ebenfalls immer im Mittelpunkt der Geschehnisse. Leonard Nimoy war dafür hinter den Kulissen sehr aktiv und fungierte als Regisseur, was wohl für einige Probleme im vorher gleichgestellten Cast gesorgt hat. Nimoy hatte vorher schon einige Regiearbeiten vorzuweisen, Star Trek III war aber noch einmal eine ganz andere Dimension. Es ist daher anzunehmen, dass das Angebot, Regie zu führen, ein nicht unerheblicher Anreiz für Nimoy war, Star Trek treu zu bleiben, obwohl er zuvor eher zögernd seine Rolle wieder aufgenommen hatte. Alles in allem gelingt ihm eine sehr gute Regie-Arbeit und vermutlich wäre kaum jemand besser geeignet gewesen, die Suche nach Spock zu inszenieren.

Um ein Happy End zu erreichen, werden die Grenzen des Denkbaren alles in allem jedoch sehr ausgedehnt. Der Genesis-Effekt liefert eine gute Basis, um den eigentlich toten Spock in die Handlung (zurück) zu bringen. Seine Wiedergeburt als Kind, das schnell altert, schießt manchmal aber etwas über das Ziel hinaus. Insbesondere bleiben Fragen zurück, die die Art des Alterns betreffen, aber geflissentlich übergangen werden. So altert ein ganzer Planet so schnell, dass er schließlich explodiert. Wie lange lebt ein Planet? In jedem Fall wohl erheblich länger als ein Vulkanier, selbst wenn Vulkanier älter werden als Menschen. Demnach hätte Spock zu Staub zerfallen müssen, lange bevor Genesis explodierte. Stattdessen altert er langsamer und erreicht damit nicht nur haargenau sein vorheriges Alter ohne Umwege, sein schneller Alterungsprozess hält auch genau zum richtigen Zeitpunkt an. Seine Haare sind derweil quasi selbstschneidend, Kleidung ist ebenfalls immer da und praktischerweise löst Saavik das Pon Farr-Problem, das immerhin nicht ganz ignoriert wurde. In der Serie allerdings war Spock doch erheblich älter, als das Pon Farr vorgeblich erstmals einsetzte. Wie Saavik das Problem genau löst, wird ebenfalls umgangen, wobei angesichts der Vorinformation genau genommen nur eine Lösung in Frage kommt. Natürlich war es leider ebenfalls unmöglich, Spocks Aussehen aus Serienzeiten in den Film zu integrieren, was heute durch Computertechnik wahrscheinlich machbar wäre. So wird der Spock in unterschiedlichen Alterstufen von wechselnden Schauspielern dargestellt, keiner davon bleibt dabei lange genug im Bild, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Durch Spocks Fehlen zu weiten Teilen des Films gibt es natürlich keine Möglichkeit, großartige verbale Schlachten zwischen Spock und McCoy zu zeigen. DeForest Kelley gelingt es dennoch aufzufallen, insbesondere seine Rolle bei der "Suche" nach Spock ist gelungen, weil sie unerwartet ist.

Dieses Mal hat auch die übrige Stammcrew einen wesentlich größeren Anteil am Geschehen, alle rücken noch einmal deutlich zusammen und wirken immer mehr wie eine Familie anstatt wie Kollegen. Diese Entwicklung ist sehr gut und eine konsequente Fortführung aus der Serie. Um einen Rahmen zu haben, mussten Starfleet-Entscheidungsträger erneut als ignorant und inkompetent erscheinen. Damit wird natürlich auch Kirks Rang als Admiral etwas ausgehebelt, denn genau genommen dürfte es nicht mehr viele Leute geben, die ihm etwas zu sagen und zu befehlen haben. Der Tenor aus dem Vorgänger, der "überalterte Eindruck", setzt sich fort, die Enterprise wird mit zwanzig Dienstjahren als verschrottungsreif dargestellt. Die vollständige Überarbeitung nach der Fünf-Jahres-Mission, die das Schiff in "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film") so vollständig anders erscheinen ließ, dass Kirk in keiner Weise mit den Umbauten vertraut war, steht aber dagegen. Soll das Schiff nach so einem kompletten Umbau, der immerhin Teil der Handlung war, wirklich so veraltet sein, dass eine Reparatur nicht lohnt? Kirk löst das Problem am Ende auf seine eigene Art und netterweise wird die bereits aus der Serie (nämlich aus "Let That be Your Last Battlefield", dt.: "Bele jagd Lokai") bekannte Selbstzerstörungssequenz identisch übernommen. Die Enterprise NCC - 1701 bekommt so ein würdiges Ende.

Durch all diese Details wird die verstrichene Zeit in den Vordergrund gerückt, Altern und Alter steht als Thema sehr prominent im Fokus. Klar sind die Schauspieler gealtert und es ist gut, das nicht zu ignorieren. Gleichzeitig werden die Filme so von einer Grundstimmung überlagert, die sich gänzlich von der der Serie entscheidet. Insbesondere in Hinblick auf Picard, der in TNG nicht wirklich jünger wirkt als die TOS Stars hier, erhalten die Filme ein Image verblichenen Ruhms, der hier und da wieder aufblitzt und allem eine etwas angestaubte Patina verpasst. In Star Trek III wäre allerdings kein anderes Thema möglich gewesen, weil Spocks Verlust zu tief sitzt, um eine andere Richtung als Fortsetzung von "Star Trek II" denkbar zu machen. Davids Schicksal setzt dann noch einmal einen drauf. Shatner, der gerne als schlechter Schauspieler bezeichnet wird, liefert in diesem Zusammenhang das Gegenteil beweisend einige wirklich eindrucksvolle Momente ab, wobei die Entwicklung von Davids Charakter ähnlich gelungen ist wie seinerzeit der Tod von Gary Mitchell und Kirks Bruder Sam. In all diesen Fällen hatte der Zuschauer nie die Möglichkeit, diese Personen näher kennen zu lernen, um eine Verbindung mit ihnen aufzubauen. So bleibt David unendlich blass ohne die Chance, jemals etwas daran zu ändern.

Ein weiterer Fehler aus der Serie wurde ebenfalls reproduziert: stereotype Klingonen. Insbesondere nach einem großartigen Khan in "Star Trek II" sind diese Klingonen armselige Gegner und wirken viel zweidimensionaler als ihre Kollegen in der Serie, neue Maske hin oder her. Ursprünglich sollten Romulaner die Bösewichte sein, weshalb auch das Schiff romulanisch aussieht. Erst später wurden die Romulaner gegen die bekannteren Klingonen ausgetauscht. Im englischen Original ist echtes Klingonisch zu hören, was in der deutschen Fassung sinnigerweise vollständig ins Deutsche übersetzt wurde.

Als Gimmicks aus der Serie sind ein paar Tribbles zu sehen und Janice Rand hat einen kurzen Cameoauftritt. Wie in der Serie wird mit Styles ein blasierter Starfleet-Offiziere gezeigt, die Szenen mit ihm machen jedoch einfach zu viel Spaß, um sie schlecht zu finden.

Für die Musik war erneut James Horner verantwortlich, dieses Mal wurde einiges aus dem Vorgänger wieder verwendet. Der gute akustische Eindruck wird davon allerdings nicht negativ beeinflusst, im Gegenteil.

Star Trek III war (kommerziell) nicht ganz so erfolgreich wie "Star Trek II", wurde an der Kinokasse aber dennoch ein Erfolg.

"Star Trek" XI

Deutscher Titel: Star Trek - Die Zukunft hat begonnen Bewertung: * * * 1/2*
Kinopremiere: USA 08.05.2009
Deutschland 07.05.2009
Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Erik Jendresen
Regie: J.J. Abrams Produzent: J.J. Abrams, Damon Lindelof
Darsteller: Chris Pine (Kirk), Zachary Quinto (Spock), Karl Urban (Leonard "Pille" McCoy), Zoë Saldaña (Nyota Uhura), Simon Pegg (Scotty), John Cho (Sulu), Anton Yelchin (Chekov), Leonard Nimoy (alter Spock), Ben Cross (Sarek, Spocks Vater), Winona Ryder (Amanda, Spocks Mutter), Bruce Greenwood (Captain Pike), Eric Bana (Nero)

ACHTUNG: SPOILER!
Wer sich die Spannung nicht verderben lassen will, sollte nicht weiterlesen!


Handlung:

2233: Bei einem Angriff auf die USS Kelvin stirbt Lieutenant George Kirk, um seiner hochschwangeren Frau eine Flucht per Shuttle zu ermöglichen. Kurz darauf wird sein Sohn James Tiberius Kirk geboren, der vaterlos zu einem waghalsigen Draufgänger heranwächst. Als junger Erwachsener besucht Kirk dennoch die Starfleet Academy, nachdem Captain Pike ihm ins Gewissen geredet hat.

Dort trifft er auf Dr. Leonard "Pille" McCoy, der gerade seine Scheidung durchlebt und freundet sich mit ihm an. Nach drei Jahren hat Kirk die Akademie so gut wie beendet, handelt sich aber Probleme ein, als er beim dritten Anlauf den Kobayashi Maru-Test durch Mogeln besteht. Insbesondere den Erfinder des Programms, Commander Spock, macht sich Kirk damit zum Feind. Der Halbvulkanier hatte als Sohn des Vulkanischen Botschafters Sarek und dessen menschlicher Frau Amanda eine schwere Kindheit und ging aus Trotz zu Starfleet, weil seine menschliche Abstammung auf Vulkan als minderwertig betrachtet wird.

Kirk wird in Folge des Mogelns suspendiert und soll auf der Erde bleiben, als eine galaktische Krise ausbricht. Durch Pille McCoy gelangt Kirk doch auf die Enterprise, wo er in dem Angriff auf Vulkan Parallelen zu dem Angriff erkennt, bei dem sein Vater kurz vor seiner Geburt starb. Kirk überzeugt Captain Pike von dieser Tatsache, der kurz darauf von dem Angreifer, dem Romulaner Nero, gefangen genommen wird. Pike hatte Spock als Captain zurück gelassen und Kirk zum Ersten Offizier gemacht.

Spock kann seinen Vater retten, während seine Mutter stirbt und Vulkan zerstört wird. Als Kirk sich einmal zu viel als aufmüpfig erweist, setzt Spock ihn kurzerhand auf dem benachbarten Planeten Delta Vega aus. Dort trifft Kirk auf eine viel ältere Version von Spock, der ebenso wie der Angreifer Nero aus der Zukunft stammt, in der Romulus zerstört wurde.

Nero gibt Spock die Schuld und will sich nun durch die Zerstörung Vulkans an Spock rächen. Der alte Spock erklärt Kirk, dass durch Neros Erscheinen eine alternative Zeitlinie entstanden ist, denn eigentlich hätte Kirk seinen Vater noch kennen gelernt und James Kirk wäre Captain der Enterprise. Der alte Spock beschwört Kirk daher, sich seinen angestammten Platz zu sichern und Spocks jüngeres Ich zu provozieren, um das Kommando übernehmen zu können. Mit Hilfe des Ingenieurs Montgomery Scott, der auf Delta Vega weilt, beamen Kirk und Scotty auf die Enterprise, wo Kirk den Ratschlag des alten Spock befolgt und als Folge das Kommando erhält.

Mit Scottys Hilfe beamen Spock und Kirk schließlich auf Neros Schiff, befreien Pike und besiegen Nero. Kirk wird daraufhin von Starfleet zum Captain befördert und erhält von Pike dauerhaft das Kommando über die noch brandneue Enterprise.



Persönliches Fazit:

Nachdem bekannt wurde, dass Star Trek XI ein Film über die jungen Jahre von Kirk und Spock sein würde, hörten die Diskussionen nicht auf, schließlich würde es notwendig sein, auf neue Darsteller zurück zu greifen. Persönlich habe ich dem Film mit einer Mischung aus Vorfreude und Angst entgegen gesehen, was vermutlich vielen Fans ebenso ergangen ist. Wie so oft im Leben pendelt sich der Film irgendwo dazwischen ein, zumindest in meinen Augen.

Die Darsteller sehen ihren Alteregos aus den 60er Jahren nur bedingt ähnlich. Am gelungensten ist Spock, insbesondere in Maske ähnelt Zachary Quinto einem jungen Leonard Nimoy sehr. Auch das Auftreten und das Drehbuch ermöglichen ein sofortiges Wiedererkennen von Spock. Bei Kirk sieht die Sache schon etwas gemischter aus. Chris Pine ist keine schlechte, wenn auch keine perfekte Wahl, kann aber dennoch leidlich überzeugen. Carl Urban als McCoy ist ebenfalls nicht perfekt, aber doch mehr als akzeptabel, Uhura und Sulu passen recht gut. Bei Chekov gehen die Meinungen auseinander, mir persönlich ging Anton Yelchins Chekovs ziemlich auf den Geist und der Scotty aus Star Trek XI (gespielt von Simon Pegg) ist mehr eine Parodie von James Doohans genialem Chefingenieur. Neben der Optik war die Frage aber entscheidend: würde es die Handlung erlauben, die Charaktere wieder zu erkennen? Würden bestehende Fakten, der „Canon“ respektiert?

Jein. Im ersten Teil des Films war ich von vielen Details sehr beeindruckt. Spocks Kindheit ist perfekt dargestellt, Sarek und Amanda überzeugen mich vollkommen, vieles wird aufgegriffen (Kirks Jugend in Iowa, Sulus Hobby Fechten, McCoys Scheidung, vertraute Namen in der Admiralität usw.). Dagegen fehlen auch viele Details (Kirks Freund Gary Mitchell, die vertraute Besatzung der Enterprise unter Pike mit Nummer Eins usw.). Kirks Charakter ist auch erst mal gewöhnungsbedürftig.

Dadurch, dass die „alternative Zeitlinie“ aus der Traufe gehoben wird, wird aber kein Bruch mit dem „Canon“ verursacht, denn praktisch alles, was nicht passt, kann als alternative Entwicklung elegant wegerklärt werden. Persönlich hat mich die Erklärung zufrieden gestellt, wobei ich weniger damit glücklich war, dass die ursprüngliche Zeit nicht wieder hergestellt wird. Star Trek wird damit sozusagen genullt, nichts von dem, was bekannt war, ist geschehen. Die Macher haben sich so Tür und Tor geöffnet, um nach Belieben weiter machen zu können, was auch geplant ist, sollte sich Star Trek XI als Erfolg erweisen.

Neben den Darstellern hat auch der ganze Rest eine Frischzellenkur erhalten. Selbst die Galaxis wurde offensichtlich renoviert, denn in „Where No Man Has Gone Before“ (dt.: "Spitze des Eisbergs) befand sich der Planet Delta Vega doch deutlich woanders und entschieden NICHT neben Vulkan. Teilweise ist diese Generalüberholung gut gelungen, teilweise auch nicht. Die Uniformen sind wiederzuerkennen und insgesamt akzeptabel. Die Enterprise wirkt wie eine Mischung aus Serienenterprise und der aus "Star Trek - The Motion Picture" (dt.: "Star Trek - Der Film"), insgesamt auch akzeptabel. Die Brücke dagegen ist zu weiß, zu steril, zu groß. Der Maschinenraum wurde vergrößert und hat nun ein deutlich technischeres Aussehen. Er ist damit ebenfalls gewöhnungsbedürftig, aber um Längen besser als die Brücke. Alles in allem sieht, wie bei „Star Trek: Enterprise“, alles eine Spur zu modern aus, rein rationell gesehen hätte wohl aber das „normale“ Kinopublikum rebelliert, hätte man ihm 60er Jahre- Optik angeboten. Der Humor lehnt sich stellenweise an alte Traditionen an und lockert den Film gekonnt auf.

Unabhängig von der Frage, ob „Star Trek XI“ nun den Geist der klassischen Serie würdig fortführen kann oder nicht, muss sich der Film als eigenständiges Werk einige Kritik gefallen lassen. Da wäre zum einen der Bösewicht, ein extrem blasser Eric Bana, der nur rudimentär an einen Romulaner erinnert und mehr etwas von Shinzon aus „Star Trek X“ (Nemesis) hat, der eine eigene Version von Khans Ceti Aal einsetzt. Die Zeitreiseerklärung mit allem drum herum ist sehr dünn und nur wenig überzeugend, völlig langweilig. Dann gibt es da noch die militärische Struktur, die sich meinem Verständnis hartnäckig entzieht. Als die Enterprise abfliegt, ist Spock Commander, Uhura und Sulu Lieutenants, Chekov Fähnrich, Kirk dagegen Kadett. Als Pike das Schiff verlässt, macht er ausgerechnet den Kadetten (!) zum Ersten Offizier (!). Niemand wundert sich darüber, weshalb das gleiche Kunststück wenig später von Starfleet Command wiederholt wird. Diesmal wird der Kadett (!) gleich zum Captain (!!) eines Sternenschiffs (!!!) befördert. Man stelle sich einmal die Reaktion vor, Chekov wäre in der ursprünglichen Serie direkt zum Captain befördert worden. Dabei war Chekov immerhin schon Fähnrich… Darüber hinaus wundert es auch niemanden, dass ein Besatzungsmitglied einfach so auf einem potentiell feindlichen Planeten nur in einer Rettungskapsel ausgesetzt wird. Das ganze militärische Protokoll wirkt völlig absurd und es wird krampfhaft versucht, die klassische Brückenkonstellation herzustellen.

Am Ende ergeben sich gemischte Gefühle sowie die Frage, an wen sich der Film überhaupt richtet. Star Trek XI hatte ein enormes Budget und muss sich bemühen, die Kosten einzuspielen, was nur funktioniert, wenn sowohl altgediente Fans wie auch neues Publikum in die Kinos strömen. Ob der Spagat gelingen kann, muss die Zeit erweisen. Bei allem ist Star Trek XI kein schlechter Film, fühlt sich aber auch nicht wirklich nach Star Trek an.

Mein Fazit: ich kann mit diesem Film leben, „Star Trek“ bleibt aber insbesondere in Anbetracht der veränderten Zeitlinie die Serie aus den 60ern.

Quellenangabe und Anmerkungen:

Alle Angaben (ohne Gewähr) basieren in der Regel auf der amerikanischen Originalversion der Filme, teilweise sind Anmerkungen zu deutschen Synchronisationsfassungen beigefügt.

Alle Texte wurden von mir verfasst und beruhen auf eigenen Beobachtungen sowie auf Informationen, die sich im Laufe der Jahre bei mir im Gehirn eingelagert haben. Zur Verifikation habe ich Sekundärliteratur verwendet, und zwar:

  • "Das Star Trek Universum - Band 1" von Ralph Sander, Wilhelm Heyne Verlag München 1989
  • "Cap'n Beckmessers Führer durch Star Trek - Die Classic Serie" von Phil Farrand, Wilhelm Heyne Verlag München 1996
  • http://www.episodenguide.de/startrek/ von Florian Heidinger
  • http://www.nasa.gov Offizielle Homepage der NASA
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